Die Ukraine war bereits vor dem aktuellen gewaltsamen Konflikt das einzige Land des postsowjetischen Raums mit einem niedrigeren Pro-Kopf-Einkommen als 1991. Dabei hat wohl kein Nachfolgestaat der UdSSR mehr Unterstützung erhalten als sie. Der IWF, die EU sowie einzelne Länder haben zwischen 1991 und 2013 über 30 Milliarden US-Dollar an Zuschüssen und Krediten zur Verfügung gestellt. Russland hat seit 1991 einen dreistelligen US-Dollar-Milliardenbetrag an Gaspreisermäßigungen gewährt. Ein großer Teil der genannten Hilfen ist bei korrupten Oligarchen und Politikern gelandet.
Kategorie: Außen- und Energiepolitik
BRICS schafft Alternativen zum westlich dominieren Finanzsystem
Die weltweiten Finanzinstitutionen wurden bislang von den westlichen G7-Ländern dominiert. Dabei ist ihr Anteil an der weltweiten Wirtschaftsleistung in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gesunken. Ich habe mich zu den langfristigen Trends bereits ausführlich geäußert, will Ihnen aber weitere beeindruckende Zahlen, die ich heute gefunden habe, nicht vorenthalten. Sie sind in folgender Graphik zusammen gefasst:

(Zu den langfristigen Trends und der westlichen Dominanz s. http://www.cwipperfuerth.de/2015/06/die-wirtschaftliche-dominanz-des-westens-schwindet/; http://www.cwipperfuerth.de/2015/06/griechenland-und-die-ukraine-wie-der-westen-sich-selbst-ein-bein-stellt/)
Russland fordert bereits seit 2009 besonders entschieden eine neue Machtverteilung im internationalen Finanzsystem.
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Griechenland und die Ukraine: Wie der Westen sich selbst ein Bein stellt
Die weltweite wirtschaftliche Dominanz des Westens wird nicht zuletzt durch die „Weltbank“ und den „Internationalen Währungsfonds“ (IWF) dokumentiert und abgesichert. Beide Institutionen befinden sich in Washington. Der Weltbank sitzt seit der Gründung im Jahre 1944 ein Amerikaner vor, der IWF wird durchweg von einem Westeuropäer geleitet. Während der vergangenen 60 Jahre war dies zu 2/3 der Zeit ein Franzose – bzw. eine Französin, wie derzeit.
Beide Institutionen vergeben jährlich zweistellige US-Dollar-Milliardenbeträge an Krediten. Die Weltbankgruppe insbesondere an die ärmsten Länder (teils auch als Zuschüsse),
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Die wirtschaftliche Dominanz des Westens schwindet
Ein umfangreiches Team von Wirtschaftshistorikern hat Daten aus der Zeit vor der Industrialisierung (also vor 1780) ausgewertet, um Aussagen über das Pro-Kopf-Einkommen in verschiedenen Weltregionen gegen Ende des 18. Jahrhunderts machen zu können. Es handelt sich beispielsweise um staatliche Angaben zu Steuer- und Zolleinnahmen oder etwa der Getreideernte. Hierüber finden sich in den Archiven viele Millionen Daten. Fünf Großregionen wurden untersucht. Ergebnis war: Das Pro-Kopf-Einkommen war in China am höchsten, an zweiter Stelle stand Indien,
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Transnistrien – Die Ukrainekrise könnte sich ausweiten
Die Republik Moldau befindet sich zwischen Rumänien und der Ukraine. Das 33.700 Quadratkilometer große Land zählt etwa 3,4 Millionen Einwohner. 1991 erklärte Moldau seine Unabhängigkeit. Transnistrien, der nordöstliche Teil der Republik, verweigerte sich jedoch der zentralen Staatsgewalt.
In diesem schmalen Streifen leben auf einer Fläche von 4.163 Quadratkilometern etwa 550.000 Menschen. Kurze Zeit nach der Erlangung der Unabhängigkeit versuchte Moldau mit Waffengewalt, die Abtrennung des Landesteils zu verhindern. Es waren 1.500 Tote zu beklagen,
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Das Gedenken an das Kriegsende
Seit dem Ende der Sowjetunion fanden in Russland viele Jahre am 9. Mai keine Militärparaden mehr statt. Meine Eindrücke in St. Petersburg, wo ich lebte und arbeitete, waren: Die Menschen gedachten im Familien- und Freundeskreis der Toten und der Opfer. Der Umzug auf dem Newskij-Prospekt, den hunderttausende verfolgten, jedoch mutete wie ein großes Volksfest an. Die Menschen waren fröhlich, Mädchen schenkten stolzen und strahlenden Veteranen lächelnd Blumen. Dies war zu Beginn unseres Jahrhunderts.
Seit 2008 – und erst seit diesem Jahr –
Buch zur Ukrainekrise
Das Buch wird in den kommenden Tagen erscheinen.
In der Studie werden die Entwicklungen und Hintergründe des Konflikts in der und um die Ukraine dargelegt und eingeordnet. Der Fokus der Untersuchung liegt im Zeitraum zwischen Februar und Herbst 2014, wird aber in ein weiteres Umfeld eingebettet.
Umfang 73 Seiten
ISBN 978-3-8474-0622-8
